Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Heteropoda maxima
Spinnennarr
21.06.2008, 20:30
Kennt sich einer mit der grössten Riesenkrabbenspinne (oder nicht?) aus?
Oder züchtet sie vielleicht. Wie heisst sie mit deutschem Namen eigentlich wirklich?
Mehrere Spinnenexperten sagten mir nämlich bereits, dass die Bezeichnung Riesenkrabbenspinne, wie man sie oft in Büchern oder im Net findet, völliger Unsinn ist und dass sie nun wirklich gar nichts mit Riesenkrabbenspinnen zu tun hätte eher noch mit Jagdspinnen. Sparassidae hätten garnichts annähernd mit Krabben-oder halt Riesenkrtabbenspinnen zu tun und der deutsche Name sei falsch, sagen diese Experten.
Was sind Sparassidae denn dann für Spinnen?
chillout
16.01.2010, 01:32
Wer sind denn diese Experten? Oder doch nur Klugscheißer?
Die Familie der Sparassidae wird im Deutschen Sprachgebrauch als Riesenkrabbenspinnen bezeichnet, sei eh und je.
Natürlich haben die Spinnen mit Krabben nicht viel gemeinsam, der Ausdruck Krabbenspinne steht für die Haltung der Beine, speziell der beiden vorderen Beinpaare. Und die Haltung dieser Beine ist eben ähnlich den Krabben.
Diese spezielle Beinhaltung ist nicht typisch für alle Spinnen, sondern nur für wenige Spinnenfamilien, insbesondere die Krabbenspinnen (Thomisidae), die Riesenkrabbenspinnen (Sparassidae) und ein Teil der Laufspinnen (Philodromidae).
Der Begriff "Riesen" bei den Riesenkrabbenspinnen symbolisiert lediglich, daß diese Spinnen für gewöhnlich recht groß sind. In Deutschland ist nur eine einzige Art vertreten.
Die Riesenkrabbenspinne ist demnach auch keine einzelne Art, sondern eine ganze Familie, welche unterteilt ist in mehrere Gattungen und diese wiederum in Arten.
Als Jagd- oder auch Raubspinnen wird die Familie Pisauridae bezeichnet, in Deutschland mit lediglich 3 Arten vertreten.
Man kann natürlich klugscheißen bis zum Abwinken: Was haben Wolfspinnen mit Wölfen zu tun? Pardosa lugubris springt oftmals weiter als Springsspinnen, wieso ist sie keine Springspinne?
Die Bezeichnungen der Spinnenfamilien reichen 200 Jahre und weiter zurück. Und es gibt keine Veranlassung, wegen irgendwelchen Klugscheißern alles über´n Haufen zu werfen und das Rad neu zu erfinden. Die deutschen Bezeichnungen sollen lediglich ein Charakteristikum wiederspiegeln, was für die gesamte Familie, oder zumindest den Großteil der Familie, zutrifft.
Davon abgesehen würden sich Experten nicht den Kopf über deutsche Bezeichnungen zerbrechen, sondern diese arbeiten mit den wissenschaftlichen Namen.
LG Guido
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